Imker-Notizen: Wetterkapriolen!



Der Imkerverein Eschwege führt Lehrgänge für Jungimker durch: erstes Treffen im vereinseigenen Immengarten, nahe der Stadthalle Eschwege.



Herr Krüger, wie haben die Bienen im Kreis den Winter überstanden?

Thomas Krüger: Der letzte Winter waren von Temperaturschwankungen geprägt: Nach einem kühlen August und September stiegen die Werte im Oktober und veranlassten unsere Bienen verstärkt zu brüten, was wertvolles Winterfutter verbraucht hat. Es galt die Völker zu kontrollieren und nötigenfalls musste nochmals nachgefüttert werden. Der Januar war wieder zu mild, die Hasel hatte bereits am 9. Januar Pollen und die Bienen begannen viel zu früh zu brüten. Dann kamen die kältesten Temperaturen im März mit teilweise minus 20 Grad. Im kalten Winter sitzen unsere Bienen in einer Winterkugel zusammen und verbrauchen wenig Vorräte, bei Vorhandensein eines Brutnestes muss dies jedoch gewärmt werden. Die frühlingshafte Aufwärtsbewegung wurde jäh gebremst. Der Winter führte zu teilweise hohen Völkerverlusten.

Das Frühjahr war bis jetzt recht mild und warm, da hatten die Bienen doch bestimmt einen guten Start ins Jahr, oder?

Thomas Krüger: Der April war der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung und die Natur explodierte. Alles was sonst nacheinander blüht, blühte gleichzeitig und sehr kurz. Für die große Anzahl der Blüten, gab es zu wenige Flugbienen. Von Eiablage bis zum Schlupf braucht eine Arbeiterin 21 Tage, anschließend verbringt sie nochmals 14 Tage im Stock, bevor sie ausfliegt. Erst jetzt erhöht sich die Anzahl der Flugbienen. Durch den fehlenden Regen hatten die Blüten zudem recht wenig Nektar zu bieten. Für eine gute Honigernte warten wir dringend auf Regen.


Die Fragen stellte Stefanie Weigelmeier, Fachbereich Landwirtschaft, Landschaftspflege, Natur- und Landschaftsschutz (Werra-Meißner-Kreis).

link: Informationen zum Lebenszyklus von Bienen

link: Imkerverein Eschwege e. V.