Bei Milch sind wir an eine große Auswahl im Supermarktregal gewöhnt. Prima! Unterschiedlichste Preisstufen, Marken und Qualitäten, von der hochverarbeiteten H-Milch zum Discountpreis bis zur Bio-Heumilch. In den heimischen SB-Regalen ist alles zu haben.
Große Vielfalt, und doch bei näherem Hinsehen: irgendwie trivial. Was fehlt? Das Gesicht hinter dem Produkt. Der Bezug zum Mensch und zum Tier. Wein zum Beispiel kann man ganz anders kaufen. Wer will wählt eine ganz bestimmte Rebsorte, einen Jahrgang, einen Winzer, eine Lage.
2017 haben sich drei heimische Höfe entschieden, Milch direkt lokal anzubieten und Milchautomaten installiert.
Hof Ebel aus Albshausen (gehört zu Witzenhausen) hat einen Automaten im tegut-Markt Witzenhausen aufgestellt, der Meiereihof aus Eschwege-Oberhone verkauft ab Hof rund um die Uhr. Der Rautenkranzhof (Waldkappel-Schemmern) bietet Lotta-Landmilch über zwei Automaten an, einen vor dem EDEKA-Markt in Sontra (also ebenfalls rund um die Uhr geöffnet) und einen weiteren im EDEKA-Markt Hessisch Lichtenau.
Martina Thiele-Sommerlade vom Meiereihof berichtet, daß ein nicht unerheblicher Teil der Kundschaft am sehr späten Abend bzw. nachts Milch zapft. Erstaunlich.
Neben den Automaten gibt es auch eine Reihe von Milchbauern, bei denen während der Melkzeit Milch geholt werden kann, eine (unvollständige) Übersicht gibt es hier.
In jedem Fall ist das lokale Milchangebot eine große Bereicherung in der lokalen Lebensmittellandschaft. So wird Milch zu einen Produkt mit Gesicht, alles andere als trivial.
Nachtrag: Ebels Hofmilch - abgefüllt in Flaschen - ist ab sofort auch im "Lädchen" in Gertenbach zu haben. Sehr schön!
