Imker-Notizen (I): Start ins neue Bienenjahr

Thomas Krüger, Vorsitzender des Imkervereins Eschwege e. V. berichtet, wie die Bienen den Winter überstanden haben und welche Arbeiten für die Imker aktuell anstehen.

 

Frühjahrsdurchsicht 2017, Beehive Collective (Witzenhausen)


Herr Krüger, wie haben die Bienen im Kreis den Winter überstanden?


Thomas Krüger: Mit den ersten warmen Tagen beginnen die Bienen wieder zu fliegen. Wir nennen dies den Reinigungsflug, denn die Bienen müssen ihre über den Winter gefüllte Kotblase entleeren. Im Werra-Meißner-Kreis ist die Frühjahrsentwicklung unserer Bienen unterschiedlich: während im warmen Werratal bereits Pollen von Hasselnuss und Weide eingetragen wird, ist es in den Höhenlagen von Ringgau und Meißner noch zu kalt zum Ausfliegen. Man kann auch an der Blüte beobachten, dass die Pflanzen hier nachhängen. Wir Imker beobachten derzeit unsere Bienen am Flugloch, um zu sehen ob es Winterverluste gibt. Leider hat der Winter 2016/17 hier heftiger zugeschlagen als die milderen Winter der vergangenen Jahre. Ein Verlust von 20 bis 35% wird der Durchschnitt sein.

Und was haben die ImkerInnen im Winter so gemacht?

Thomas Krüger: Die Winterzeit nutzt der Imker zur Vorbereitung für das Frühjahr. Es wird Wachs geschmolzen und das benötigte Material vorbereitet. Auch bietet der Winter die Gelegenheit Veränderungen am Bienenstand vorzunehmen. Mit Ungeduld wird das Frühjahr erwartet und dann kontrolliert, ob die Bienen noch genug Futter haben. Wenn dann die fliegenden Bienen mit Pollenhöschen heimkehren, kann man davon ausgehen, dass das Volk gesund ist und die Königin nach der Winterpause wieder Eier legt.

Die Fragen stellte Stefanie Weigelmeier, Fachbereich Landwirtschaft, Landschaftspflege, Natur- und Landschaftsschutz (Werra-Meißner-Kreis).

link: Imkerverein Eschwege e. V.